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Wir laden Sie ein, das exklusive Interview mit Jagoda Piec, Künstlerin, Trainerin von Sporthunden, reizende Finalistin und Gewinnerin des zweiten Platzes in der bekannten Fernsehshow Das Supertalent, zu lesen, in dem wir dank ihr große Emotionen spüren konnten und unglaubliche Tanzaufführungen mit Jagoda und ihrem Hund Stefan beobachten durften. Ja, das ist unumstritten, Jagoda hat Talent! :-)

Hundetraining

Look4dog: Hallo Jagoda! Sehr schön, Dich zu sehen! Wir gratulieren Dir noch einmal zu Deinem großen Erfolg und danken Dir, dass Du es trotz der wachsenden Popularität nach Deinen Fernsehauftritte geschafft hast, Zeit für ein Gespräch mit uns zu finden [Lachen].

Jagoda: [Lachen] Hallo! Danke für die Einladung und auch für die Unterstützung während der Show. Frag mich gerne! 


Look4dog: Wie fühlst Du Dich und welche Eindrücke hast Du nach dem zweiten Platz in der Sendung Mam Talent?

Jagoda: Ich hätte das allein nicht geschafft! Ich hätte nicht erwartet, dass so viele Menschen uns unterstützen werden! Das Ergebnis in jeder Phase war für mich eine riesige Überraschung. Ich bin unglaublich dankbar für alle, die uns unterstützen! Danke für das Vertrauen in uns und für Millionen von SMS! 

Ich bin absolut beeindruckt von der Organision der Arbeit am Set. Die Produktion und das Personal haben den Komfort des Hundes berücksichtigt - die Trainingszeiten waren so gewählt, dass Stef nach dem Training am Freitag Zeit für einen Waldspaziergang und Schlaf hatte. Die Crew von Studio Transcolor hat sich auch von der professionellen Seite gezeigt. Die Garderobe befand sich sehr nahe am ruhigen Ausgang zum Rasen hinter dem Gebäude. Unsere Tür war abgesperrt und vor dem Eingang saß ständig ein Sicherheitsbeamter. In der Nähe gab es auch Felder, wo Stef zwischen den Trainingseinheiten ohne Leine auf einer offenen Fläche laufen konnte. 


Look4dog: Es lief fantastisch für euch – haben Du und Stefan spezielle Wege, um mit dem beachtlichen Stress bei öffentlichen Auftritten umzugehen, besonders vor solch großem Publikum sowohl im Studio als auch vor den Fernsehzuschauern?
    
Jagoda: Ich bin eine Künstlerin. Ich habe Hunderte von Konzerten hinter mir und ich liebe das Publikum. Ich erinnere mich, dass ich es kaum erwarten konnte, die Bühne der Sendung Mam Talent zu betreten. Ich bin sicher, dass Stef meine echten Emotionen spürt. Deshalb waren die Auftritte für ihn nicht wirklich eine große Herausforderung. Ich bin sehr stolz auf unseren Auftritt im Finale! Wir haben aber auch großen Wert darauf gelegt, die Zeit zwischen den Trainingseinheiten optimal zu nutzen. Das Wichtigste ist REGENERATION - der Hund muss sich ausruhen - körperlich und psychisch.  


Look4dog: Ist Stefan Dein einziger Liebling?

Jagoda: Nein, ich habe zwei Mudi. Stefan ist 9 Jahre alt. Ich habe noch eine junge Hündin – Esme, die 11 Monate alt ist und erst letzten Monat haben wir unser Sporttraining begonnen. Vorher habe ich mich vor allem um unsere Beziehung gekümmert. Daher die Ausbildung des Welpen bestand aus der Schaffung von Ritualen, dem Aufbau von Kommunikation und Vertrauen – das Ergebnis ist die Motivation zur gemeinsamen Arbeit. 


Look4dog: Vollkommene Perfektion, Harmonie und hundertprozentiges Vertrauen zum Partner sind eure unbestreitbaren Stärken. Wie lange arbeitet ihr schon mit Stefan zusammen, wie lange braucht man, um mit einem Hund solch eine Beziehung wie eure aufzubauen?
    
Jagoda: Wie lange braucht man dafür? Die ganze Zeit. Ein guter Züchter von Rassehunden arbeitet bereits mit einem wenige Wochen alten Welpen, bevor er ihn dem neuen Führer übergibt. Das ist ein Lebensstil. Ich nehme meine Hunde fast überallhin mit: Trainingshallen, Wald, Restaurants, Galerien, Quartettproben, Hochzeiten von Freunden, Konzertsaal und mehr. Sozialisierung ist die Grundlage. Für mich ist es wichtiger, dass meine Hunde sich selbstsicher fühlen, als dass sie nicht an der Leine ziehen. Wenn ich weiß, dass eine Situation für einen meiner Mudi zu schwierig sein könnte – nehme ich ihn nicht dorthin mit, wenn ich keine Möglichkeit habe, mit dem Hund zu trainieren. Ich kenne auch die Grenzen meiner Hunde und respektiere sie. Meine Hunde wissen, dass ich sie nie in eine Umgebung gebracht habe, die zu schwierig war, ohne schrittweise Vorbereitung, und sie können mir immer signalisieren, dass etwas sie überfordert. Dann ändern wir zusammen die Richtung. Hunde sind Meister der Voraussicht. Wenn ich konsequent dafür sorge, positive Assoziationen mit immer schwierigeren Situationen aufzubauen – eine Live-Show im Fernsehen nach einem ganzen Tag im Studio wird im Kopf des Hundes als: „ooooh je verrückter die Situation, desto besser das Spiel und desto bessere Belohnungen beim Training!" existieren. 

 

Look4dog: Das Leben Deiner Hunde ist voller Herausforderungen. Woher bekommen sie die Kraft, um anspruchsvolle Shows zu machen?

Jagoda: Du hast recht. Ein Hund, der sich nicht wohlfühlt, wird nicht in der Lage sein, komplizierte Kommandos auszuführen. Neben einem Kommunikationssystem und Sozialisierung muss der Hund auch die Möglichkeit haben, sich auszuruhen und sich von allen Reizen abzuschotten. Deshalb bin ich ein Befürworter einer Hundebox – richtig eingeführt als sicherer Ort. 

 

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Look4dog: Wie sahen die Vorbereitungen auf das große Finale aus?

Jagoda: Zwischen unserem Live-Auftritt im Halbfinale und der Finalshow gab es nur zwei Wochen Pause. Die Tatsache, dass wir das Halbfinale gewonnen haben, war für mich so surreal, dass ich vor dem Halbfinale nicht einmal wagen durfte, mit der Arbeit an einem möglichen Finalprojekt zu beginnen… Aber dank Tausender wundervoller Menschen haben wir gewonnen. Als der Schock vorbei war, erstellte ich sofort einen Trainingsplan, damit der optimale Tag für den Hund der Tag des Finales war. Kurz gesagt: erste Woche absolute Regeneration: Massagen, Diätmodifikation, ruhige Spaziergänge, alle Interaktionen geplant. Und in der zweiten Woche hatten wir nur 3 Trainingstage, einschließlich Freitagssitzungen auf der Bühne. Ja. Am Freitag hatte Stef zum ersten Mal Kontakt mit den Requisiten. Und am Samstag das Finale….
Den Finalauftritt in 3 Trainingseinheiten vorzubereiten – ich weiß, dass das verrückt klingt. Aber meine Priorität ist, dass Stef nie eine Verletzung erleidet. Und es hat funktioniert. Mein Hund ist 9 Jahre alt und hat nie eine Verletzung gehabt. Neben einem ausgewogenen Trainingsystem geht Stef regelmäßig zur Physiotherapie, hat eine abgestimmte Diät und Nahrungsergänzungsmittel. 


Look4dog: Stefan ist ein Mudi, ein Ungarischer Hirtenhund. Kannst du uns aus deiner Erfahrung etwas über diese Rasse berichten? Einige Besonderheiten, Charakterzüge? Wem empfiehlst du diese Rasse?
    
Jagoda: Der Mudi, der Ungarische Hirtenhund, ist vor allem eine Rasse von Arbeitshunden – es sind ursprüngliche Hirtenhunde. Bis heute ist dies eine Gebrauchsrasse. Deshalb sollte der Hund in seinem Heimatland, in Ungarn, um Zuchtrechte zu erhalten, in Hirtenwettbewerben vorgestellt werden. 
Mudis leben meist in Gruppen auf dem Bauernhof. Ihre Aufgabe ist die Bewachung und Unterstützung beim Hüten großer Schafherden, manchmal auch von Kühen. Diese Hunde haben sehr starke Instinkte und Jagdtrieb. Stellen wir uns einen Hund vor, der sogar von einer Kuh getreten wird und trotzdem weiterlauft. Oft bemerkt er nicht einmal, wenn er verletzt ist. Er hat eine hohe Schmerzgrenze und enormes Selbstvertrauen. Wenn es zu einer Konfrontation zwischen einem Mudi und einem anderen Hund kommt – der Mudi gibt nicht auf. Das ist ein sehr gefährliches Merkmal. Es ist nützlich auf dem Bauernhof, wenn Mudis in einer Gruppe sind und das Territorium gegen alles verteidigen – wenn sie etwas nicht einholen und erobern können, bellen sie. Ein großer Teil dieser Rasse mag wirklich gerne bellen. Das muss man bedenken, wenn der Hund in der Stadt leben soll. Die Priorität des Besitzers sollte es sein, Situationen zu schaffen, in denen der Mudi Ruhe, Vertrauen und Entspannung an verschiedenen Orten lernt. 

 

Look4dog: Ich danke dir für die ehrliche Antwort. Wirklich… Menschen mögen einen Hund, der wie ein Automat funktioniert, problemlos Kommandos ausführt. Auf den ersten Blick sieht das beeindruckend aus. Aber das ist ein Hund. Das Publikum sieht ihn nur in einer arrangierten Trainingssituation. Ein Hund ist kein Computer. Was möchtest du den Menschen sagen, die einen solchen Hund haben möchten? 

Jagoda: Mudi treten sehr leicht in den Arbeitsmodus ein und lieben es, sehr lange zu arbeiten. Nur, dass…. der Arbeitsmodus für Mudi ist: Bewachung und Verfolgung/Jagd - im Winter können sie sogar Fische aus dem Fluss fangen. Sie denken außergewöhnlich analytisch, können planen und reagieren sehr schnell. Sie lassen sich von Misserfolgen nicht entmutigen und lieben Wiederholungen. Meistens sind es sehr ausdauernde Hunde mit starkem Charakter. Ihre physischen Fähigkeiten sind enorm. Mein Stef hat eine Schulterhöhe von 46cm und 16kg - er ist selbst auf eine senkrechte Wand von 1,80m Höhe hochgesprungen. Während seiner Teenager-Rebellion konnte er Schränke, Schubladen, Metalldosen (er durchbiss Metall) sowie Glaskörbe und Behälter öffnen. Er war so hartnäckig, dass er einen Weg entdeckte - er konnte absichtlich einen Glasbehälter mit Fleisch auf den höchsten Punkt der Wohnung tragen, um ihn hinunterfallen zu lassen und zu zerbrechen. Es funktionierte - das Fleisch war erobert. 

Die Aufgabe des Besitzers ist es, Grenzen zu setzen, eine Alternative zu bieten und dafür zu sorgen, dass die natürlichen Bedürfnisse dieser speziellen Hunde auf sichere Weise erfüllt werden. Meine Hunde haben absolutes Jagdverbot auf lebende Tiere - das zu lehren IST NICHT einfach. Das ist das Ergebnis von Millionen Stunden systematischer Arbeit an der Verzichtung und dem Rückruf. Wenn ich nicht zu 100% sicher bin - werde ich Mudi nicht ohne Leine laufen lassen. Ich gebe ihnen eine Alternative - Meine Mudi lieben es, auf Spielzeug zu jagen. Sport ist nur eine Aufgabenersatz.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie gefährlich und problematisch diese Hunde in den Händen einer Person sein können, die diesen Hund einfach nicht haben sollte. Ich möchte nicht, dass Mudi das Schicksal des Belgischen Schäferhundes Malinois und des Border Collie teilen - es gibt bereits genug unglückliche Hunde mit unerfüllten enormen Bedürfnissen, die die Möglichkeiten ihrer Besitzer übersteigen.


Look4dog: Ein sehr verantwortungsvolles Vorgehen. 

Jagoda: Ich denke, dass sich eine Person für einen Mudi entscheiden kann, die mindestens 10 dieser Hunde live gesehen hat und viel Zeit mit ihnen in verschiedenen Situationen verbracht hat. Es lohnt sich, sich mit Mudi-Besitzern zu gemeinsamen Treffen zu verabreden. Schreibt und fragt gerne. Ich widme meinen Hunden durchschnittlich 4 Stunden täglich. Mudi ist kein idealer Familienhund. Das ist ein Arbeitshund, der Herausforderungen braucht.

 

Look4dog: Wenn Du Dich jemals für einen weiteren Hund entscheidest, wirst Du der Rasse treu bleiben oder gefällt Dir noch eine andere?

Jagoda: Ungarischer Schäferhund Mudi - das ist meine Energie. Allerdings habe ich eine spezifische Lebensweise, ungewöhnliche Leidenschaften und… ich lebe im Zug :) 


Look4dog: Was wir auf der Bühne sehen konnten, ist nicht nur Dein Hobby und die Verwirklichung von Träumen, sondern auch Deine Lebensweise, stimmt's? Du beschäftigst Dich beruflich mit der Ausbildung von Hunden. Wer kann sich mit seinem Hund an Dich wenden und welche Art von Ausbildung bietest Du an?
    
Jagoda: Ich bin Trainerin für Sporthunde. Mein Ziel ist die Förderung von Hundesportarten: DogDancing und Obedience. Dies sind Kurse für Hunde, die gerne Zeit mit ihrem Besitzer verbringen und neue Tricks lernen möchten. Dies sind auch Spezialkurse für Menschen, die systematisch mit einem Hund arbeiten und Herausforderungen lieben. Zusammen lernen wir verschiedene Kommunikationstechniken, bauen Motivation auf und erstellen ein Trainingsystem, das individuell auf die Bedürfnisse jedes Teams abgestimmt ist.
Ich leite Einzelunterricht in Warschau und Legionowo, monatliche Workshops in Łódź sowie Wochenendseminare in mehreren Städten wie: Danzig, Krakau, Luboń, Łódź, Tarnów und Wałcz. 
Derzeit wird meine Website modernisiert. Für diejenigen, die sich für Trainings, Demonstrationen oder die Organisation von Workshops mit mir interessieren, gebe ich meine E-Mail-Adresse an: jagoda.piec[at]gmail.com und lade Sie zu meinem Profil auf Instagram ein.

Ich arbeite eng mit einer Spezialistin für Hundebehaviourismus zusammen, und es lohnt sich auch, sie aufzusuchen, wenn Ihr Hund Probleme im Alltag hat, z. B.: Ängste, aggressives Verhalten, Ziehen an der Leine usw.

 

Look4dog: Tanzen ist wahrscheinlich kein Zufall, denn Sie sind eine überaus künstlerische Seele, und Kunst begleitet Sie in verschiedenen Formen Ihr ganzes Leben lang. Wir wissen, dass Sie eine talentierte Violinistin und langjähriges Mitglied des Staatlichen Gesangs- und Tanzensembles Mazowsze sind. Können Sie ein paar Worte über Ihre Interessen sagen?
    
Jagoda: Ich habe nur 11 Jahre lang Violine gespielt… Später habe ich mein Instrument gewechselt. Ich habe die Musikakademie in Bydgoszcz in der Violaklasse von Dr. hab. Lech Bałaban absolviert. Ich spielte in mehreren wunderbaren Ensembles. Dadurch hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Länder zu besuchen. Später blieb ich für einige Spielzeiten im Ensemble MAZOWSZE und dort lernte ich sehr viel. Ich bin sehr glücklich, dass ich in dieser einzigartigen Atmosphäre zusammenarbeiten konnte und während der Proben und Konzerte Erfahrung sammeln durfte. Ich habe mit Mazowsze 4 schöne Platten aufgenommen. Bis heute kenne ich die Violastimme auswendig, wenn ich sie höre :)


Look4dog: Und jetzt? Haben Sie die musikalische Welt für Hunde aufgegeben?
    
Jagoda: Derzeit ist Musik meine Leidenschaft und nicht mein Beruf. Ich freue mich, dass ich jetzt Platz für meine eigene Kreativität habe. Ich schreibe Texte, singe und komponiere eigene Werke. Ab Januar fangen wir an zu proben. Vielleicht kehre ich ja noch irgendwann auf die Bühne zurück ;)

 

Look4dog: Jagoda, wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir von Ihrer Person, Ihren Hunden und allem, was Sie im Leben tun, sehr beeindruckt sind. Vielen Dank für das nette Gespräch, nochmals herzlichen Glückwunsch zum großartigen Erfolg und wir drücken Ihnen die Daumen für die nächsten Projekte, und das nicht nur auf der Bühne! :-)
    
Jagoda: Danke ebenfalls und bis bald!

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